Der Heinz Erhardt in uns allen

Es begann vor zwei Jahren, da hatten die Schülerinnen und Schüler der damaligen 5b von Frau Wulf auf ihrer Kennenlernfahrt ein folgenschweres Erlebnis mit einem gewissen Mann mit einer dicken Hornbrille. Ein Mann, der schon lange nicht mehr unter uns ist, dessen Verse und Fernsehauftritte jedoch unsterblich geworden sind. Die Rede ist von Heinz Erhardt, dem großen Vorbild vieler bedeutender Komiker. Schuld an jenem Zusammentreffen war ihr Deutschlehrer Herr Binge. Sein Vortrag einiger von Erhardts köstlichen Zeilen gefiel der Klasse damals so gut, dass die Idee eines einstündigen Programms aus Theaterspiel und Gedichtvorträgen entstand.

Wie bei vielen Unternehmungen, die vor 2020 angedacht worden waren, musste allerdings auch das Heinz-Erhardt-Projekt pandemiebedingt immer wieder verschoben werden.

Am Nachmittag des 21. Septembers war es dann aber endlich soweit. Ein Publikum, bestehend meist aus Eltern und Geschwistern, durfte sich nach überstandener „G-Kontrolle“ hinsetzen und von seinen Sorgen absetzen, während sich die 7b auf der Bühne der Aula einsetzte, um sich durchzusetzen und um ein baldiges Entsetzen ihres Lehrerteams und aller übrigen möglichst zu vermeiden.

Anders als bei der offiziellen, deutschlandweiten Heinz-Erhardt-Show, die vor zwei Jahren auch in Kiel gastierte, ließ der Titelheld hier lange auf sich warten. Stattdessen vertrat ihn zunächst seine Frau Gilda, die zwei verdutzten Reportern viel Erstaunliches aus dem Privatleben ihres Mannes preisgab. Bevor dann der Maestro mit großem Getöse auftauchte, wurde ein thematisch sortierter Großteil seiner Gedichte von den Schülerinnen und Schülern der 7b vorgetragen, wobei umsichtige Mitglieder der Klasse dafür sorgten, dass passende zum Teil selbst angefertigte Illustrationen und Tonbeispiele aus Erhardts Klavierkompositionen rechtzeitig im Hintergrund zu sehen beziehungsweise zu hören waren.

Ganz besonderen Beifall erfuhr ein von drei Schülerinnen gespielter Sketch, bei dem alle gesprochenen Worte auf dem Buchstaben G beginnen mussten, sowie „Aga-Bega-Cega-Dgamemnon“, das teils bitterböse, teils lustige Lied über Erhardts mysteriösen Beinamen, das die ganze Klasse unter der dankenswerter Klavierbegleitung ihrer Musiklehrerin Frau Sauer vortrug. So hatte jeder der Anwesenden die Möglichkeit, seinen eigenen Heinz Erhard zu entdecken, also endlich mal wieder „ein Schelm“ zu sein.