Latein

Informationen zum Fach Latein

  • Latein als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 (G8) bzw. ab Klasse 7 (G9)
  • Latein als dritte Fremdsprache (Wahlpflichtfach) ab Klasse 8 (G8) bzw. ab Klasse 9 (G9)
  • In der Oberstufe:
    • als normaler Grundkurs oder
    • als Kernfach

Qua de causa?

Warum man Latein lernen sollte …

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Warum man Latein lernen sollte – Günter Jauch über das Fach Latein

Ich beobachte oft, dass Menschen, die Latein können, zugleich eine ausgeprägte Fähigkeit zu analytischem Denken und logischer Argumentation haben. Bei meinen Töchtern scheint mir, dass sie das Gefühl für die deutsche Sprache erst dadurch bekommen haben, dass sie sich an der lateinischen abarbeiten mussten. Dabei entwickelt sich ein Sinn für Grammatik, für bestimmte Strukturen von Sprache, von dem auch der Deutschunterricht profitiert. Latein fördert auch andere wichtige Fähigkeiten. Studenten, die in der Schule gut in Latein waren, bringen zum Beispiel ihr Studium eher zu Ende als diejenigen, die das eben nicht waren. Ich unterstelle, dass Latein eine gewisse Disziplin beim Lernen fördert. Schüler sollten Latein lernen, weil sie mit Latein noch andere Fächer kostenlos mitgeliefert bekommen – etwa Geschichte, Philosophie und Ethik. Quelle: Spiegel 14/2006

Latein ist viel mehr als eine alte Sprache. Latein füllt die Lücken, die es zwischen den übrigen Schulfächern gibt. Lateinunterricht ist daher nicht nur Sprachunterricht, sondern auch Kulturunterricht. [/read]

 

Fünf Argumente für Latein:

  • Höhere Sprachkompetenz
  • Höhere Lesekompetenz
  • Studienvoraussetzung
  • Kulturunterricht
  • Latein ist spannend

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Fünf Argumente für Latein:

Argument 1: Höhere Sprachkompetenz

Latein hilft, Fremdwörter zu verstehen. Durch die lateinische Vokabelarbeit kann man viele Fremdwörter erschließen, die im Deutschen benutzt werden.

Latein ist die Grundsprache Europas. Das heißt:

  • Wer Latein lernt, wird erkennen, was die Sprachen Europas miteinander verbindet.
  • Wer Latein als die Mutter der meisten europäischen Sprachen erlernt, dem wird es leichter fallen, moderne Fremdsprachen zu erlernen.

Ein sehr wichtiges Argument: Indem man Latein lernt, lernt man Deutsch auf hohem Niveau:

  • Latein bedeutet vor allem Übersetzung. Schülerinnen und Schüler lernen, zum Teil sehr komplizierte Sätze aus dem Lateinischen in richtiges Deutsch zu übertragen. Sie werden sich viel sicherer im teilweise schwierigen deutschen Satzbau auskennen, weil sie immer wieder selbst solche Sätze bilden werden. So werden sie zum Beispiel das komplizierte System der Zeiten und Zeitverhältnisse im Deutschen aktiv beherrschen.
  • Die deutsche Grammatik ist zum Teil überaus schwierig. Viele Menschen, die Latein in der Schule hatten, berichten, dass sie erst durch Latein die deutsche Grammatik verstanden haben.
  • Und es gilt heute wie früher: Ein hohes Sprachniveau öffnet alle Türen!


Argument 2: Höhere Lesekompetenz

Latein zur Erhöhung der Lesekompetenz

In den Jahren 2001 / 2002 untersuchte Prof. Dr. Wolfgang Dieter Lebek, der seinerzeitige Inhaber des Kölner Lehrstuhls für Klassische Philologie und Nebendisziplinen, die Lesekompetenz von Studenten mit und ohne Latinum. Dazu wurden über 3000 Probanden auf ihre Fähigkeit hin überprüft, Texte zu verstehen.

Die Prüfungsgrundlage bestand aus neun Texten großer deutscher Autoren: Lessing (zwei Texte), Goethe (ein Text), Schiller (zwei Texte), Kant (zwei Texte), Knigge (ein Text) und Sigmund Freud (ein Text). Alle Texte waren voraussetzungslos verstehbar, d. h. es war kein spezielles Wissen über das Gesamtwerk der Autoren oder über die Autoren selbst nötig.

Pro Text wurden vier Verständnismöglichkeiten zur Auswahl gestellt, von denen jeweils eine richtig war. Im Idealfall konnten also neun Punkte erreicht werden.

Dieses Schaubild zeigt das Ergebnis des Tests als Gesamtübersicht. Beispielsweise wurden neun richtige Antworten von 24,2% der Studenten gegeben.

Das zweite Schaubild zeigt das gleiche Ergebnis, diesmal jedoch aufgeschlüsselt nach Studenten ohne Latinum (helle Balken) und Studenten mit Latinum (dunkle Balken).

Signifikant ist: Im sehr guten Bereich sind annähernd doppelt so viele Probanden mit Latinum wie ohne Latinum. Daraus kann man folgern: Latein qualifiziert entscheidend dazu, Texte zu verstehen und das ist unabdingbare Voraussetzung für alle Studiengänge und sehr viele Berufe.

Quelle: http://www.navonline.de/aktuell/thema/akt_nav_landestag2005-Vortrag_Lebek.php


Argument 3: Studienvoraussetzung

Latein als Studienvoraussetzung

Viele Studiengänge setzen Lateinkenntnisse voraus. Die Anforderungen der Universität Kiel hinsichtlich des Latinum finden Sie hier.

Ferner sind Lateinkenntnisse erwünscht:

  • in Jura, da die Grundsätze des römischen Rechts in unser Rechtssystem übernommen wurden (Z. B.: in dubio pro reo),
  • in vielen Naturwissenschaften
  • in Medizin, da ein Großteil des Fachvokabulars aus dem Lateinischen kommt

Einen Überblick über die Anforderungen an anderen Universitäten finden Sie hier.

Zugegeben, Latein ist hinsichtlich des Studiums nicht immer eine condicio sine qua non, aber trotzdem gilt natürlich: in dubio pro reo!

Und wer jetzt schweigend über den letzten Absatz nachdenkt, für den gilt sicherlich: Qui tacet, consentire videtur. Zwinkernd


Argument 4: Kulturunterricht

Latein als Kulturunterricht

Ein Mensch ist nie nur Kind seiner Zeit, er ist immer das Produkt von Jahrtausenden. Im Lateinunterricht lernt man die kulturelle Grundlage Deutschlands und Europas kennen. Die Schülerinnen und Schüler werden konfrontiert „mit dem Leben und Leiden von Personen und Völkern, schicksalhaften Ereignissen, großen Ideen, Wertkonflikten, kulturellen Initialleistungen, Glücks- und Welterklärungsmodellen“ (Maier, Friedrich: Latein – ein Fach ohne Identität?, in: Forum Classicum 3/2011, S. 202).

Ein Beispiel: Wir leben in einer Demokratie. Die letzte stabile Demokratie vor der unseren war die im alten Rom. Nur wer weiß, wieso die römische Demokratie vor über 2000 Jahren zugrunde gegangen ist, kann erkennen, wenn unsere eigene Demokratie in Gefahr ist.

Noch ein Beispiel: Es gibt viele verschiedene Moralvorstellungen. Wie soll ein Mensch wissen, was richtig ist, wenn sich zwei Moralvorstellungen widersprechen? Die Antwort liegt in den Ursprüngen. Nur wer die großen Ethik-Systeme der Antike kennt, kann die neueren verstehen und beurteilen.

Ein letztes Beispiel: Die antiken Mythen, sind so oft rezipiert worden, dass sie teilweise fester Bestandteil unserer Sprache geworden sind. Jeder hat schon davon gehört, aber nur wer Latein hatte, kann die folgenden Fragen wirklich beantworten:

  • Was ist ein Ödipuskomplex?
  • Wieso ist die Achillesferse so verletzungsgefährdet?
  • Warum ist eine Sisyphusarbeit so quälend?

Und ein allerletztes Beispiel: Die antiken Helden sind Musterbeispiele für Tugend und menschliches Verhalten. Indem wir sie studieren, lernen wir uns selbst kennen. Nicht umsonst sind in den vergangenen Jahren Filme wie „Alexander der Große“ und „Troja“ so erfolgreich gewesen.


Argument 5: Latein ist spannend

Lateinunterricht ist vor allem auch das Erkunden unglaublich spannender Geschichten und Sachverhalte:

Beispiele für die Unter- und Mittelstufe:

  • Wie lebten die Menschen und Kinder in der Millionenstadt Rom vor 2000 Jahren?
  • Wie war es, ein Sklave zu sein?
  • Dürfen sich die Reichen auf Kosten der Armen noch weiter bereichern?
  • Ein Vulkan bricht aus – Pompeji wird verschüttet
  • Hooligans im alten Rom – Wie kommt es zum Phänomen der Massengewalt?
  • Wieso war Zeus so ein Draufgänger?
  • Was hat Rom mit dem sagenhaften Troja zu tun?
  • Römisches Recht: Ein Barbier rasiert einen Sklaven. Ein Ball, von Kindern versehentlich geworfen, kommt geflogen und der Barbier schneidet dem Sklaven versehentlich die Kehle durch. – Straftat oder Unglücksfall? Tötung oder Sachbeschädigung?
  • Wie lernen Kinder Anstand? – Eine uralte Herausforderung
  • Wie Lehrer sein sollten – Ebenfalls eine uralte Herausforderung
  • Warum haben die Römer uns – die Germanen – nicht besiegen können?

Beispiele für die Oberstufe:

  • Caesar – der Typus eines Machtmenschen – Autorität, Geschick und Propaganda
  • Ovid – Pyramus und Thisbe – Liebe bis in den Tod
  • Der große Redner Cicero – Mit Worten die Welt verändern
  • Augustin – Bekenntnisse – Woher kommt das Böse im Menschen?
  • Vergil – Aeneis – Volksidentität durch einen Gründungsmythos
  • Sallust – die Verschwörung des Catilina – der Staat am Abgrund
  • Seneca – Moralische Briefe – Wie erreicht man das Glück? [/read]

utilia et iocosa et notabilia

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Fachkollegium

Zur Zeit unterrichten folgende Kolleginnen und Kollegen das Fach Latein:

Herr Bethke Be Latein, Religion
Herr Hensen Hh Latein, Religion
Frau Hellmuth Ht Latein, Darstellendes Spiel, Deutsch
Herr Jesper Je Latein, Religion
Frau Wulf-Thomsen Wu Latein, Englisch

Fachvorsitzende und Ansprechpartnerin ist Frau Wulf-Thomsen.


Wettbewerbe

Neben dem regulären Lateinunterricht besteht die Möglichkeit an Wettbewerben teilzunehmen. In den vergangenen Jahren haben einige Schülerinnen und Schülern u.a. an folgendem Wettbewerb teilgenommen. Informationen zu dem Wettbewerb erhalten Sie durch Klick auf den Link.


Aktuelles

2017 Erneuter Erfolg beim „Certamen Cimbricum“
2013 Sensation in Latein: Humboldt-Schüler gewinnen das Certamen Cimbricum
2012 Humboldt-Schülerinnen und -Schüler erfolgreich beim Certamen Cimbricum

 

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